2011: Roentgenpreis für außergewöhnliche Schmuckschatulle

Eine Schmuckschatulle aus Birnbaum und Carbonfaser mit dem wohlklingenden Namen „La bijoutière“ erhält den mit 10.000 Euro dotierten Abraham und David Roentgen Preis 2011. Die Arbeit von Katharina Hahn (Holzwerkstatt Hahn, Kirchheim unter Teck) beeindruckt unter anderem durch das unregelmäßige Fugenbild, das weder den Öffnungsmechanismus auf Anhieb offenbart noch etwas von dem verschachtelten Inneren erahnen lässt. Ein regelrechtes Versteckspiel um die darin zu vermutenden Kostbarkeiten.

Abraham und David Roentgen zählen zu den bedeutendsten Möbelkünstlern des 18. Jahrhundert. Sie überzeugten durch ihre handwerklichen, künstlerischen und innovativen Leistungen. Von ihrer Werkstatt in Neuwied aus gingen Möbelstücke in die ganze Welt. Den 200. Todestag von David Roentgen im Jahr 2007 nahm der Förderkreis der Abraham und David Roentgen Stiftung zum Anlass, um mit Unterstützung durch die Stadt Neuwied und die Handwerkskammer Koblenz (HWK) wieder regelmäßig den Roentgen-Preis zu verleihen.

Ausgezeichnet werden handwerkliche und gestalterische Leistungen vor allem im Holzhandwerk, die durch material- und funktionsgerechte zukunftsweisende Ideen überzeugen und ein innovatives Marketing erkennen lassen. 

29 Arbeiten waren zur Preisverleihung 2011 eingereicht worden. Neben dem Siegermodell wurden bei der feierlichen Verleihung im Pavillon der HWK auf dem Gelände der Bundesgartenschau (BUGA) in Koblenz zwei Ehrenpreise als besondere Anerkennung vergeben: an Claus Niephaus (Jülich) für seinen „Tisch aus Ahorn“ und an Michael Amort, Nis Peter Struve, Pascal Pistor und Daniel Ems (Bonn) für ihr „Weinregal mit Thekenkubus“.

Das Siegermodell ist bis 21. August im HWK-Pavillon auf der BUGA zu sehen. 

2007: Roentgen-Preis würdigt kreative Möbeldesigner

Vergabe des Roentgen-Preises

Erstmals wieder verliehen - Sonderpreis für Frauenkirche

2007 war für Neuwied das „Roentgen-Jahr“. Mit der weltweit größten Ausstellung von Möbeln aus der Manufaktur von Abraham und David Roentgen erinnerten im Sommer Stadt und Kreis an den 200. Todestag von David Roentgen. Und anlässlich dieses Datums riefen der Förderkreis der Roentgen-Stiftung und die Stadt Neuwied auch den Abraham und David Roentgen Preis wieder ins Leben. Er erinnert an zwei geniale Möbelkünstler des 18. Jahrhundert und würdigt kreatives Möbeldesign der Gegenwart.

Erstmals wurde dieser Preis 1980 vom Bundesverband des holz- und kunststoffverarbeitenden Handwerks ausgeschrieben. Es folgten insgesamt sechs Vergaben. Nach 15-jähriger Pause wurde der mit 10.000 Euro dotierte Preis 2007 nach einer EU-weiten Ausschreibung nun wieder verliehen. Mit ihm sollen kreative, handwerkliche und unternehmerische Leistungen gefördert und honoriert werden.

27 Arbeiten wurden eingereicht. Der Abraham und David Roentgen Preis wurde aufgeteilt und geht zur Hälfte an die Dipl. Designer (FH) Marcel Krings (Melsbach) und Sebastian Mühlhäuser (Erbach) für ihre Konzeption und Ausgestaltung der Möbelbox Casulo sowie an Gregor und Barbara Sommer von der Schreinerei Sommer (Breitscheid) für die Gestaltung und Ausführung der Küchen- und Möbelkollektionen und darüber hinaus für den Gesamtauftritt des Unternehmens. Außerdem sprach der Förderkreis Sebastian Schulz (Chemnitz) den Sonderpreis mit einer besonderen Anerkennung für den Innenausbau der Dresdener Frauenkirche zu. Sechs weitere Arbeiten wurden mit einer Anerkennung gewürdigt.