14. November 2006 bis 28. Januar 2007 : Hilla von Rebay - Ein Leben für das Guggenheim

Hilla von Rebay

Mennonitenkirche zeigt Gemälde, Collagen und Aquarelle

Bis vor kurzem war Hilla von Rebay weitgehend vergessen, ihr komplexes Lebenswerk der Öffentlichkeit kaum zugänglich. Doch im vergangenen Jahr fand eine große Ausstellungstournee statt, die vom Guggenheim-Museum in New York über die Villa Stuck in München, dem Schlossmuseum in Murnau, bis zum Deutschen Guggenheim in Berlin wanderte - und mit ihr erlebte auch Hilla von Rebay eine „Auferstehung“.

Hilla von Rebay, 1890 in Straßburg geboren, ist im Elsass, in Freiburg, Lothringen und in Köln aufgewachsen. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie in Paris, München und Berlin. Ende der 20er Jahre ging sie in die USA, wo sie die zweite Hälfte ihres Lebens bis zu ihrem Tod 1967 verbrachte. Hier wurde sie zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten für die Verbreitung und Anerkennung der ungegenständlichen Kunst. Im Auftrag des Kupfermillionärs Solomon R. Guggenheim stellte sie über Jahre eine umfangreiche Sammlung weitgehend abstrakter Gemälde zusammen. Kandinsky, Delaunay, Leger, Bauer, Chagall, Klee, Moholy-Nagy und viele mehr waren darin vertreten. Diese Sammlung war einzigartig in den USA. Aus ihr ging später das legendäre Guggenheim Museum hervor, dessen Gründungsdirektorin Hilla von Rebay gewesen ist. Hilla von Rebays große Lebensleistung - ihr Ziel von jungen Jahren an - war, einen „Tempel“ zu errichten für die ungegenständliche Kunst. Dieser „Tempel“ wurde das Guggenheim Museum in New York.

Hilla von Rebay war jedoch nicht nur Sammlerin, sondern auch selbst anerkannte Künstlerin. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie „Mennonitenkirche“ in Neuwied zeigt vom 14. November 2006 bis 28. Januar 2007 einen Querschnitt aus ihrem künstlerischen Werk, angefangen bei den frühen Porträts und Zeichnungen aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg über die Papiercollagen aus den Zwanziger Jahren bis hin zu den ungegenständlichen Aquarellen und Gemälden der 40er Jahre. Infos gibt’s unter Tel. 02631/20687.

Öffnungszeiten:
Dienstag + Donnerstag bis Samstag: 14 - 17 Uhr
Mittwoch: 12 bis 17 Uhr
Sonntag und an Feiertagen 11 - 17 Uhr
Gruppen nach Vereinbarung

Infos:
Galerie Mennonitenkirche, Schlossstr. 2, 56564 Neuwied
02631/20687 und 02631/802-468
E-Mail: info@galerie-neuwied.de

„Verzogenes Kind“ erlangte Berühmtheit mit Hilla von Rebay-Biographie

Dr. Sigrid Faltin

Back to the Roots - Zurück zu den Wurzeln. Dieses Schlagwort ist zurzeit in, ganz gleich ob in Mode, Ernährung oder in dem, was man so schön in Neudeutsch „Lifestyle“ nennt. Ihrer Wurzeln besinnen sich auch viele frühere Neuwieder, die ihre Heimatstadt verlassen und in der Ferne ihr Glück gesucht und Karriere gemacht haben. Diesen „Verzogenen Kindern“ bietet die Stadt Neuwied in unregelmäßigen Abständen die Möglichkeit, sich künstlerisch zu präsentieren.

Eine dieser Künstlerinnen, die ihre Wurzeln in der Deichstadt haben, ist Dr. Sigrid Faltin, die das Buch „Die Baroness und das Guggenheim“ geschrieben und den gleichnamigen Film produziert hat. Ihr Wirken lieferte den Anstoß zu der Ausstellung „Hilla von Rebay - Ein Leben für das Guggenheim“, die zurzeit in der städtischen Galerie Mennonitenkirche zu sehen ist.

Ihr Film war bereits Anfang Dezember in der Galerie zu sehen, nun haben die Neuwieder Gelegenheit, am 27. Dezember ihr „Verzogenes Kind“ persönlich kennenzulernen. Dr. Sigrid Faltin wird an diesem Tag ab 19 Uhr aus ihrer Biographie über Hilla von Rebay vorlesen. „Die Baroness und das Guggenheim: Hilla von Rebay - eine deutsche Künstlerin in New York“ schildert das Leben und Wirken einer außergewöhnlichen Frau, die ihr Leben einem großen Ziel gewidmet hat: dem „Tempel für die ungegenständliche Kunst“.

Karten für diese Lesung sind erhältlich in der städtischen Galerie Mennonitenkirche unter der Telefon-Nummer 02631/20687, oder an der Abendkasse. Vielleicht noch eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk?