Städtische Galerie Mennonitenkirche
Schlossstraße 2, 56564 Neuwied (für Navis: Deichstraße 1)
Infos und Anmeldungen unter 02631/20687
Email info@galerie-neuwied.de
Internet www.neuwied.de
Öffnungszeiten
Dienstag von 14 bis 17 Uhr, Mittwoch 12 bis 17 Uhr,
Donnerstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag/Feiertag 11 bis 17 Uhr
Gruppen nach Vereinbarung
Eintrittspreise
Erwachsene 3 Euro, Kinder 1 Euro
Gruppenpreis ab 10 Personen:
Erwachsene 2,40 Euro, Kinder 0,80 Euro
20. August bis 17. Oktober 2010
Zum 75. Geburtstag von Friedrich Ernst v.Garnier gibt die Städtische Galerie Mennonitenkirche in Neuwied Einblicke in das Werk des international erfolgreichen Designers. Ein Beispiel seiner Arbeit dürfte vielen am Mittelrhein bekannt sein: die Außengestaltung der Firma Rasselstein.
Der Mensch hat sich aus einer natürlichen Landschaft heraus entwickelt und seine Empfindungen für Farbigkeiten sind in diesem evolutionären Erbe tief verwurzelt. Bewusst und unbewusst aufgenommen, haben Farben eine umfassende Wirkung auf den gesamten Organismus, auf unsere Seele und unsere Empfindungen. Sie bestimmen in der gewachsenen und gebauten Umwelt die Lichtatmosphäre, in der wir leben. Sie kann uns vertraut, weich und klanghaft sein oder hart und abweisend, sie kann in kühlen frischen Tönen beleben oder bleiern grau belastend erstarren.
Da Wände Reflektoren für Licht sind, ist für die Architektur unserer Zeit wichtig zu wissen, mit welchen Eigenschaften der Lichtstimmungen wir unseren Alltag, unser Leben verbringen wollen. Das zarte Spiel des Frostes im Winter hat für seine Zeit einen bezaubernden Reiz. Aber spätestens ab März sehnen wir uns nach der Sonne, dem Sprießen des Grüns, dem Erwachen des wachsenden Lebens. Zu viele Bauten in Silber, Grau und Weiß sind „gebauter Winter“, festgelegt ohne Aussicht auf Erwachen. Ein grauer Alltag ist ein anderer als ein farbiger Alltag.
Die Ausstellung zeigt mit dem sehr umfangreichen Werk Friedrich Ernst v.Garniers, dass Farbe beim Bauen nicht Geschmackssache ist, sondern sensibel und kompositorisch geplant, die gebauten Strukturen „zu Ende empfindet“, ihnen Charakter und Individualität geben kann mit liebevollen Gedanken und dabei immer partnerschaftlich zu einer natürlichen Landschaft bleibt. Dies schließt natürlich die Farbpause nicht aus, wird aber nie bunt. Und dies nicht nur für die Highlights der Architektur, sondern für alle Gebäude unseres Alltags – riesige Industriebauten,
Kraftwerke, Schulen, Kirchen, Wohnbauten, Lärmschutzwände, auch Windräder. Somit ist diese Ausstellung nicht nur eine Schule des Sehens und Philosophie für die Baufachwelt, sondern für alle Menschen, die daran interessiert sind, welche Welt wir eigentlich unseren Kindern hinterlassen wollen.
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